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Bei dem Wolfsangriff auf einen Menschen in Hamburg handelt es sich um den ersten derartigen Vorfall seit der Wiederansiedlung der Tiere in Deutschland vor fast 30 Jahren. "Bislang wurde seit der Rückkehr der Art nach Deutschland kein Mensch durch einen Wolf verletzt", erklärte eine Sprecherin des Bundesamts für Naturschutz (BfN) am Dienstag in Bonn.
"Ein Fall unprovoziert aggressiven Verhaltens ist seit der Etablierung des Wolfes im Jahr 1998 in Deutschland noch nicht aufgetreten", hieß es weiter in dem Statement der Behörde.
Zuvor war am Montagabend in Hamburg eine Frau von einem Wolf gebissen und verletzt worden. Polizeibeamte fingen das Tier nach Angaben der Hamburger Umweltbehörde anschließend ein. Wie mit dem Wolf weiter verfahren wird, war zunächst unklar. Es handelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um den Wolf, der bereits am Wochenende mehrfach im Hamburger Westen gesichtet wurde.
Die von dem Wolf am Montagabend im Bezirk Altona gebissene Frau wurde nach Medienberichten im Gesicht verletzt und in einem Krankenhaus behandelt. Nach dem Angriff sei der Wolf durch die Innenstadt geflüchtet und in die Alster gesprungen. Polizisten hätten ihn schließlich mit einer Schlinge einfangen können. Der Wolf sei in einen Wildpark gebracht worden.
Wie es zu dem Bissvorfall kam, war noch unklar. Den Angaben zufolge zeigte der Wolf bei den Sichtungen zuvor "ein stark ausgeprägtes Fluchtverhalten, reagierte äußerst scheu und zog sich sofort zurück, sobald Menschen oder Hunde seinen Weg kreuzten".
Der Wolf galt seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland nach jahrhundertelanger Verfolgung als ausgerottet. Erst nach der Wiedervereinigung siedelten sie sich zunächst ganz im Osten Deutschlands wieder an. Im Monitoringjahr 2024/2025 wurde aus den Bundesländern das Vorkommen von insgesamt 219 Wolfsrudeln, 43 Wolfspaaren und 14 sesshaften Einzelwölfen bestätigt. Die meisten Wolfsrudel lebten in Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen.
(G.Gruner--BBZ)