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Begleitet von politischen Statements ist am Mittwochabend in Köln der Deutsche Fernsehpreis verliehen worden. Bei der Auszeichnung für den ZDF-Mehrteiler "Olivia" über das Leben der Dragqueen Olivia Jones nutzte Hauptdarsteller Johannes Hegemann die Bühne, um für eine freie Gesellschaft zu werben. "Queere Menschen werden wieder zum politischen Feindbild gemacht", sagte Hegemann in seiner Dankesrede. Es seien in Deutschland aber Sichtbarkeit und der Schutz von Minderheiten nötig.
Mit auf die Bühne ging auch Olivia Jones. "Es ist genau der richtige Film zur rechten Zeit", sagte die durch schrille Auftritte bekannt gewordene Dragqueen. "Olivia" zeige, wie wichtig es sei, für seine Freiheit einzustehen. "Wir brauchen einfach mehr Mut statt mehr Wut."
Ausgezeichnet wurden beim Fernsehpreis Fernsehschaffende aus dem linearen Programm und aus Streamingdiensten. Preise gab es in Kategorien aus den Bereichen Fiktion, Unterhaltung, Information und Sport. Zu den Ausgezeichneten zählen etwa die Moderatoren Laura Wontorra und Markus Lanz.
Wontorra wurde für die RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" ausgezeichnet, Lanz für die nach ihm benannte ZDF-Talkshow in der Kategorie beste Information. Für Lanz ist es der zweite Fernsehpreis. Er nutzte seine Dankesrede für ein politisches Statement mit Blick auf den Sieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Er erlebe gerade so viele Menschen, die unsicher seien und Angst hätten, sagte Lanz. Ihnen wolle er sagen: "Fürchtet euch nicht! Das, was jetzt gerade kaputt geht, bauen wir irgendwann ganz lässig wieder auf."
Als beste Comedy-Serie wurde "Chabos" auf ZDF neo prämiert. Für die Berichterstattung über die Fußball-WM erhielt das Team von Magenta TV um Johannes B. Kerner eine Auszeichnung. Als beste Drama-Serie bekam die ARD-Reihe "Hundertdreizehn" einen Fernsehpreis. Ebenfalls von der ARD produziert wurde die in der Kategorie "Beste Unterhaltung Reality" ausgezeichnete Spielshow "Werwölfe - Das Spiel von List und Täuschung".
Für die Netflix-Reihe "Achtsam Morden" erhielt Tom Schilling den Preis als bester Schauspieler. Als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde Karin Hanczewski für die Disney+-Reihe "Call My Agent Berlin". Als beste Unterhaltungsshow wurde das RTL-Format "Wer weiß wie wann was war" von Stefan Raab ausgezeichnet.
Der Deutsche Fernsehpreis 2026 wurde am 8. und 9. September in insgesamt 29 Kategorien vergeben. Dabei gingen neun Auszeichnungen an die ARD, acht Auszeichnungen an das ZDF, vier Auszeichnungen an RTL Deutschland, je zwei Auszeichnungen an ProSiebenSat.1 und Netflix sowie je eine Auszeichnung an MagentaTV, Disney+, HBO Max und WELT.
(G.Gruner--BBZ)