Berliner Boersenzeitung - Empörung und Trauer: US-Bundespolizisten erschießen in Minneapolis 37-Jährigen

EUR -
AED 4.229988
AFN 73.146945
ALL 96.133079
AMD 434.212947
ANG 2.061819
AOA 1056.200947
ARS 1595.729488
AUD 1.676138
AWG 2.073241
AZN 1.95884
BAM 1.9575
BBD 2.319785
BDT 141.322745
BGN 1.968783
BHD 0.434815
BIF 3421.327021
BMD 1.1518
BND 1.483169
BOB 7.988181
BRL 6.046028
BSD 1.151795
BTN 109.176408
BWP 15.880861
BYN 3.428493
BYR 22575.287657
BZD 2.316392
CAD 1.600253
CDF 2628.988678
CHF 0.919315
CLF 0.02693
CLP 1063.36549
CNY 7.961072
CNH 7.958342
COP 4233.211976
CRC 534.857582
CUC 1.1518
CUP 30.52271
CVE 110.369005
CZK 24.518422
DJF 205.093682
DKK 7.472328
DOP 68.558058
DZD 153.334083
EGP 61.736268
ERN 17.277006
ETB 178.048178
FJD 2.580321
FKP 0.866974
GBP 0.867284
GEL 3.086771
GGP 0.866974
GHS 12.620455
GIP 0.866974
GMD 84.656271
GNF 10098.639609
GTQ 8.815384
GYD 241.106739
HKD 9.021621
HNL 30.579896
HRK 7.535884
HTG 150.976542
HUF 389.090264
IDR 19570.240438
ILS 3.616135
IMP 0.866974
INR 108.896278
IQD 1508.830137
IRR 1512601.862779
ISK 143.606561
JEP 0.866974
JMD 181.293527
JOD 0.816578
JPY 183.86078
KES 149.734428
KGS 100.724635
KHR 4612.886352
KMF 492.970864
KPW 1036.623761
KRW 1744.390407
KWD 0.354775
KYD 0.959846
KZT 556.830884
LAK 25050.648874
LBP 103140.830206
LKR 362.813545
LRD 211.358254
LSL 19.777978
LTL 3.400967
LVL 0.696713
LYD 7.352226
MAD 10.765177
MDL 20.230571
MGA 4800.106597
MKD 61.676346
MMK 2417.436221
MNT 4113.24352
MOP 9.293293
MRU 45.987343
MUR 54.017007
MVR 17.795778
MWK 1997.10857
MXN 20.796407
MYR 4.629663
MZN 73.657744
NAD 19.778236
NGN 1591.99517
NIO 42.386262
NOK 11.212362
NPR 174.665914
NZD 2.005595
OMR 0.442792
PAB 1.151815
PEN 4.012185
PGK 4.977258
PHP 69.977059
PKR 321.451413
PLN 4.279935
PYG 7530.377025
QAR 4.199475
RON 5.097752
RSD 117.405319
RUB 93.874992
RWF 1681.924321
SAR 4.322129
SBD 9.262822
SCR 17.163771
SDG 692.232263
SEK 10.889179
SGD 1.482949
SHP 0.864149
SLE 28.276608
SLL 24152.69076
SOS 658.257439
SRD 43.308822
STD 23839.942611
STN 24.520978
SVC 10.077884
SYP 127.305795
SZL 19.775833
THB 37.764652
TJS 11.005823
TMT 4.031301
TND 3.395971
TOP 2.773258
TRY 51.215473
TTD 7.825763
TWD 36.869937
TZS 2977.40446
UAH 50.484891
UGX 4290.85719
USD 1.1518
UYU 46.623733
UZS 14046.382845
VES 538.960062
VND 30332.663288
VUV 137.508177
WST 3.196803
XAF 656.512961
XAG 0.016275
XAU 0.000254
XCD 3.112798
XCG 2.07583
XDR 0.816616
XOF 656.512961
XPF 119.331742
YER 274.819021
ZAR 19.662788
ZMK 10367.582559
ZMW 21.681643
ZWL 370.879256
  • DAX

    228.6900

    22791.57

    +1%

  • MDAX

    387.2000

    28187.69

    +1.37%

  • Goldpreis

    43.1000

    4600.6

    +0.94%

  • Euro STOXX 50

    47.1900

    5588.98

    +0.84%

  • SDAX

    144.3600

    16534.15

    +0.87%

  • TecDAX

    42.1600

    3426.53

    +1.23%

  • EUR/USD

    0.0040

    1.1507

    +0.35%

Empörung und Trauer: US-Bundespolizisten erschießen in Minneapolis 37-Jährigen

Empörung und Trauer: US-Bundespolizisten erschießen in Minneapolis 37-Jährigen

37 Jahre, Krankenpfleger, US-Bürger: Bei einem Einsatz von Bundespolizisten gegen Migranten ist in Minneapolis erneut ein Mensch erschossen worden. Die Tötung von Alex Pretti löste am Samstag landesweit neue Proteste gegen die Abschiebepolitik von US-Präsident Donald Trump aus. Das Heimatschutzministerium sprach von "Abwehrschüssen" eines Beamten auf Pretti, Videoaufnahmen lassen jedoch Zweifel an dieser Darstellung aufkommen. Die Eltern des Getöteten sprachen von "widerlichen Lügen".

Textgröße:

Ein im Internet kursierendes Video, dessen Echtheit von den Behörden bestätigt wurde, zeigt mehrere Polizisten in Westen mit der Aufschrift "Polizei". Sie ringen einen Mann zu Boden und schlagen mehrmals auf ihn ein. Ein Schuss fällt, die Beamten entfernen sich etwas von dem am Boden liegenden Mann und feuern weitere Schüsse auf ihn ab. Ein nicht verifiziertes Video scheint zudem zu zeigen, dass Pretti zuvor eine Frau vor einem Tränengaseinsatz der Polizei zu schützen versuchte, als er von den Polizisten weggezerrt und zu Boden gerungen wird.

Das Heimatschutzministerium erklärte, ein Grenzschutzbeamter habe "Abwehrschüsse" auf einen Mann abgegeben, der sich den Polizisten mit einer Pistole genähert und sich dann "gewaltsam" seiner Entwaffnung widersetzt habe. Der Bundespolizist habe das Feuer eröffnet, weil er "um sein Leben und das Leben und die Sicherheit anderer Polizisten" gefürchtet habe. Das Ministerium veröffentlichte zudem ein Foto, das die halbautomatische 9-Millimeter-Pistole von Pretti zeigen soll.

Allerdings ergab eine Analyse der Aufnahmen nach Angaben des Investigativmediums Bellingcat, dass schon kurz vor dem ersten Schuss einer der Beamten mit einer Pistole davonläuft. Diese sieht so aus wie die vom Heimatschutzministerium veröffentlichte Waffe. Dann schießen Bellingcat zufolge zwei Beamte offensichtlich mit ihren Waffen, insgesamt würden "mindestens zehn Schüsse abgegeben". Die meisten Schüsse seien gefallen, "als der Mann bereits regungslos am Boden lag".

Das Heimatschutzministerium (DHS) erklärte seinerseits weiter: "Der Verdächtige hatte auch zwei Magazine und keinen Personalausweis bei sich - das sieht nach einer Situation aus, wo jemand maximalen Schaden anrichten und ein Massaker an Polizisten verüben wollte." Demnach hatte sich der bewaffnete Mann den Beamten der Grenzschutzpolizei (US Border Patrol) genähert, als diese einen wegen Körperverletzung gesuchten Ausländer ohne Aufenthaltsgenehmigung festnehmen wollten.

"Er war dort, um Gewalt zu verbreiten", erklärte Heimatschutzministerin Kristi Noem vor Journalisten mit Blick auf den Getöteten. Der stellvertretende Stabschef des Weißen Hauses, Stephen Miller, bezeichnete Pretti im Onlinedienst X als "Attentäter". Vizepräsident JD Vance teilte den Beitrag.

Die Eltern von Pretti wiesen die Darstellung der Regierung zurück. Sie warfen der Trump-Regierung in einer von Medien verbreiteten Erklärung vor, "widerliche Lügen" über ihren Sohn - einem "gutherzigen Menschen" - zu verbreiten.

Der Gouverneur des Bundesstaates Minnesota, Tim Walz, äußerte sich schockiert über den Tod des 37-jährigen US-Bürgers und sprach von einem "furchtbaren" Vorfall. Die demokratische Abgeordnete Ilhan Omar bezeichnete die tödlichen Polizeischüsse als "Hinrichtung". Sie warf Trump vor, Minneapolis in ein "Kriegsgebiet" zu verwandeln. Der Polizeichef von Minneapolis, Brian O'Hara, betonte, der Erschossene sei ein rechtmäßiger Waffenbesitzer gewesen. Er habe auch das Recht gehabt, seine Waffe mit sich zu führen.

Es war bereits der zweite tödliche Einsatz in Minneapolis innerhalb von nicht einmal drei Wochen. Am 7. Januar hatte ein Polizist der US-Einwanderungspolizei (ICE) die unbewaffnete Autofahrerin Renee Good erschossen. Zuletzt sorgte dann die Festnahme eines fünfjährigen Jungen durch ICE-Beamte für Empörung. Am Freitag demonstrierten tausende Menschen in Minneapolis, Restaurants und Geschäfte blieben geschlossen.

Nach den tödlichen Polizeischüssen auf Pretti gab es in der Stadt im Norden der USA neue Proteste. Am Samstagabend versammelten sich trotz bitterer Kälte hunderte Menschen in einem Park. An der Stelle, wo die Schüsse fielen, legten Trauernde Blumen nieder und stellten Kerzen und Fotos auf. Die Polizei ging erneut mit Tränengas gegen Demonstranten vor. Auch in mehreren anderen Städten, von New York bis Los Angeles, fanden Trauerkundgebungen für Pretti und Proteste gegen das ICE-Vorgehen statt.

Die Trump-Regierung hat tausende Bundespolizisten nach Minneapolis geschickt, um Ausländer ohne gültige Papiere festzunehmen und abzuschieben. Minneapolis zählt zu den sogenannten Sanctuary Cities, die Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung Schutz gewähren und nur begrenzt mit den Einwanderungsbehörden der Bundesregierung zusammenarbeiten.

Gouverneur Walz forderte Trump nach dem Tod von Pretti erneut auf, den Einsatz von US-Bundespolizisten zur Abschiebung von Migranten in Minneapolis zu beenden. "Ziehen Sie die tausenden gewalttätigen, nicht ausgebildeten Polizisten aus Minnesota ab. Jetzt", schrieb Walz auf X. Er forderte zudem, dass die tödlichen Schüsse von Ermittlern seines Bundesstaates untersucht werden müssten. "Der Bundesregierung können diese Ermittlungen nicht anvertraut werden", sagte der Demokrat. Auch der Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, rief Trump auf, den Abschiebe-Einsatz zu beenden. Es müsse "Frieden" geschaffen werden.

Trump reagierte allerdings mit scharfen Attacken. Frey und Walz würden "mit ihrer großspurigen, gefährlichen und arroganten Rhetorik zu einem Aufstand" anstacheln, schrieb der Präsident auf seiner Onlineplattform Truth Social.

Allerdings kamen aus seiner Partei auch vereinzelt andere Töne: Der republikanische Senator von Louisiana, Bill Cassidy, forderte eine gemeinsame Untersuchung des "unglaublich beunruhigenden" Vorfalls durch lokale und Bundesbehörden. Er argumentierte damit, dass "die Glaubwürdigkeit von ICE und DHS auf dem Spiel steht".

(T.Renner--BBZ)