Berliner Boersenzeitung - Südafrikas Kommunalwahlen stehen im Zeichen kommunaler Versorgungskrisen

EUR -
AED 4.132584
AFN 72.017934
ALL 91.042045
AMD 402.914514
ANG 2.014005
AOA 1033.004443
ARS 1744.994417
AUD 1.605407
AWG 2.028313
AZN 1.939619
BAM 1.958023
BBD 2.25456
BDT 139.368243
BGN 1.966795
BHD 0.422529
BIF 3361.172872
BMD 1.125278
BND 1.433781
BOB 13.514904
BRL 6.159204
BSD 1.119232
BTN 106.104159
BWP 15.482653
BYN 3.326063
BYR 22055.44239
BZD 2.251076
CAD 1.570353
CDF 2602.190343
CHF 0.919115
CLF 0.027891
CLP 1097.831919
CNY 7.517863
CNH 7.506784
COP 3653.213965
CRC 507.915767
CUC 1.125278
CUP 26.862158
CVE 110.378556
CZK 24.316857
DJF 199.311507
DKK 7.473672
DOP 67.448491
DZD 152.865817
EGP 61.506889
ERN 16.879165
ETB 183.701341
FJD 2.523716
FKP 0.838634
GBP 0.834568
GEL 2.921661
GGP 0.838634
GHS 13.045421
GIP 0.838634
GMD 83.270709
GNF 9914.155519
GTQ 8.556803
GYD 234.621376
HKD 8.828529
HNL 30.082548
HRK 7.617016
HTG 146.726598
HUF 363.39548
IDR 20406.179169
ILS 3.559979
IMP 0.838634
INR 106.448849
IQD 1696.815506
IRR 2119357.537381
ISK 136.811385
JEP 0.838634
JMD 177.531854
JOD 0.797802
JPY 178.204567
KES 146.207598
KGS 98.405616
KHR 4571.723651
KMF 496.247493
KPW 1012.749862
KRW 1507.258776
KWD 0.349612
KYD 0.932743
KZT 506.615226
LAK 25207.485154
LBP 100760.984533
LKR 372.386488
LRD 190.279985
LSL 18.656362
LTL 3.322653
LVL 0.68067
LYD 7.182261
MAD 10.999716
MDL 20.247471
MGA 5081.137108
MKD 61.536943
MMK 2362.543914
MNT 4048.847179
MOP 9.045145
MRU 45.431932
MUR 52.989647
MVR 17.391198
MWK 1940.76214
MXN 20.989416
MYR 4.57302
MZN 71.917158
NAD 18.656362
NGN 1513.847457
NIO 41.192561
NOK 10.382779
NPR 169.764389
NZD 1.999978
OMR 0.432668
PAB 1.119452
PEN 3.879191
PGK 5.021702
PHP 71.625047
PKR 309.614325
PLN 4.399149
PYG 6686.592151
QAR 4.080198
RON 5.344734
RSD 117.624119
RUB 92.103574
RWF 1655.373608
SAR 4.234352
SBD 9.060418
SCR 15.501353
SDG 676.857413
SEK 10.970264
SGD 1.438375
SHP 0.838946
SLE 25.780294
SLL 23596.515112
SOS 639.655228
SRD 42.245149
STD 23290.975904
STN 24.52785
SVC 9.793902
SYP 14630.859949
SZL 18.638844
THB 37.86728
TJS 10.286411
TMT 3.949725
TND 3.344441
TOP 2.709398
TRY 56.288865
TTD 7.587671
TWD 36.98281
TZS 2981.994873
UAH 51.101164
UGX 4728.865003
USD 1.125278
UYU 44.997292
UZS 13347.731996
VES 1001.538313
VND 28924.699945
VUV 134.439543
WST 3.127494
XAF 655.957
XAG 0.021704
XAU 0.00027873623
XCD 3.041119
XCG 2.017139
XDR 0.79563
XOF 655.957
XPF 119.331742
YER 265.762486
ZAR 18.533588
ZMK 10128.847444
ZMW 22.681932
ZWL 362.338952
SSP 6465.805944
MXV 2.3626
  • DAX

    -302.3600

    24896.83

    -1.21%

  • Goldpreis

    -2.0000

    4184.7

    -0.05%

  • Euro STOXX 50

    -85.8200

    6183.2

    -1.39%

  • SDAX

    -226.5300

    18203.94

    -1.24%

  • TecDAX

    -36.8700

    3964.45

    -0.93%

  • MDAX

    -414.1700

    30428.36

    -1.36%

  • EUR/USD

    -0.0038

    1.1296

    -0.34%

Südafrikas Kommunalwahlen stehen im Zeichen kommunaler Versorgungskrisen
Südafrikas Kommunalwahlen stehen im Zeichen kommunaler Versorgungskrisen

Südafrikas Kommunalwahlen stehen im Zeichen kommunaler Versorgungskrisen

Südafrika hält an diesem Mittwoch, den 4. November die wichtigsten Kommunalwahlen seit Ende der Apartheid ab, und in der größten Stadt Johannesburg türmt sich der Müll.

Textgröße:

Südafrika hält an diesem Mittwoch, den 4. November die wichtigsten Kommunalwahlen seit Ende der Apartheid ab, und in der größten Stadt Johannesburg türmt sich der Müll. Die städtische Müllabfuhr ist pünktlich zur Wahl in den Streik getreten. Quer durch Johannesburg bleiben darüber hinaus Wasserhähne trocken, eine Folge zu hohen Verbrauchs und zu geringer Verfügbarkeit in der Provinz Gauteng infolge des El-Nino-Wetterphänomens. „Kein Wasser seit zwei Tagen, keine Müllabfuhr – und sie erwarten, dass wir sie wählen“, schimpft Lebogang Tema in Soweto. Luyolo Ndamase ergänzt: „Wir werden die Autoritäten an der Wahlurne bestrafen. So viele Jahre erleiden wir Stromausfälle, und jetzt das.“ So wie einst der staatliche Stromversorger unter dem Stichwort „Load Shedding“ reihum stundenweise den Strom abschaltete, um mit Stromknappheit umzugehen, gibt es jetzt „Water Shedding“, eine Wasserabschaltung, die mehrere Tage dauern kann. Skrupellose Händler verkaufen schon Trinkwasser aus Tankwagen des städtischen Wasserversorgers oder halten die Tankwagen als Geiseln. „Es ist jetzt klar“, sagt Stephen Moore, zuständiger Sprecher der größten Oppositionspartei DA (Democratic Alliance): „Wenn die Wähler am Mittwoch nicht für einen Kurswechsel in Gauteng stimmen, droht Wasserknappheit zum Dauerzustand in unserem Alltag zu werden. “ In Südafrikas Hauptstadt Tshwane (Pretoria) und der Provinz Eastern Cape wüten Infektionskrankheiten, die durch verseuchtes Trinkwasser übertragen werden. In der Millionenstadt Durban in der Provinz KwaZulu-Natal (KZN) nehmen ausländerfeindliche Spannungen erneut zu, Angst um die Sicherheit überschattet den Wahltag.

Fake News machen die Runde Populistische Parteien nutzen das Klima aus. Fake News machen die Runde, wonach Flüchtlinge und Asylsuchende wählen dürfen, und schüren Aufregung und Protest. „Die Protestwelle kommt nicht erst nach der Wahl“, sagt Ismail Joosub von der FW Foundation. „Sie kommt mitten in der Wahl, sie prägt die Sprache im Wahlkampf, die Sorgen der Wähler und die Kalküle der Parteien. “ Südafrikas Regierung setzt am Wahltag über 500 Soldaten ein, um für Sicherheit zu sorgen. In Durban hat die Justiz der ausländerfeindlichen Protestbewegung „March and March“ strenge Auflagen erteilt. In Kapstadt, Südafrikas Parlamentssitz, ist Gewalt zwischen rivalisierenden Sammeltaxiunternehmen über die Kontrolle lukrativer Pendlerstrecken ausgebrochen.

Für die Parteien, die in diesen Städten regieren, hätte der Wahltermin nicht ungünstiger liegen können. Sie repräsentieren ein Land, dessen politische Führung gegenüber Problemen ratlos erscheint und dessen Bürger keine Hoffnung mehr haben. In Kapstadt wird erwartet, dass die DA ihre absolute Mehrheit verteidigt. In den anderen erheblichstadträumen dürfte es ein knappes Rennen geben, besonders in Johannesburg, wo der ANC eine Koalition anführt. Seit den letzten Wahlen 2021 hat das Bürgermeisteramt in der kriselnden Millionenstadt siebenmal gewechselt, zwischen vier Parteien, aktuell hält der ANC den Posten. Für DA tritt in Johannesburg Helen Zille an, die ehemalige Bürgermeisterin von Kapstadt. Gegen sie kandidiert beispielsweise ihr ehemaliger Parteifreund und früherer Bürgermeister von Johannesburg, Herman Mashaba, mit seiner eigenen Kleinpartei ActionSA. Ein weiterer ehemaliger DA-Politiker, Bongani Baloyi, einst Bürgermeister von Midvaal, kandidiert für die radikale ANC-Abspaltung MK (uMkhonto weSizwe).

ebenfalls die linke EFF (Economic Freedom Fighters) und die rechte PA (Patriotic Alliance) haben Bürgermeisterkandidaten aufgestellt. MK, die Partei von Expräsident Jacob Zuma, dürfte dem ANC den erheblichstadtraum eThekwini (Durban) abnehmen und damit seine Position festigen – bei den Parlamentswahlen 2024 kam die Partei von Jacob Zuma aus dem Stand auf den dritten Platz hinter ANC und DA. Der 84-jährige Zuma trat am Sonntag zum ersten Mal seit Wochen wieder öffentlich auf, er war lange krank gewesen. „Südafrikaner, ihr lebt seit Jahren unter sehr schwierigen Umständen – dies ist eure Zeit, das Land zu übernehmen und in ein Land des Friedens zu verwandeln! “ rief er auf einer MK-Wahlversammlung in KwaMashu bei Durban.

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa, für dessen ANC diese Kommunalwahlen eine Bewährungsprobe nach dem Verlust der absoluten Mehrheit bei den Parlamentswahlen 2024 darstellen, trat seinerseits in Mdantsane KuGompo in Eastern Cape auf. „Wir haben den Sorgen der Menschen zugehört, Arbeiter, Studenten, Frauen und Jugendliche, beispielsweise“, führte aus er. „Dass wir dem Volk zuhören, unterscheidet den ANC von anderen politischen Parteien. “ Kommunalpolitiker, die nicht liefern, würden ihre Ämter verlieren, versprach er. Der ANC konzentriert sich in seinem Wahlprogramm darauf, administratives Versagen zu sanktionieren und bessere Dienstleistungen zu liefern. Bei den Kommunalwahlen 2021 war die linkspopulistische EFF drittstärkste Partei hinter ANC und DA geworden – MK existierte damals noch nicht. EFF-„Oberkommandierender“ Julius Malema sprach am Sonntag in einem Sportstadion in Soweto bei Johannesburg. Südafrikas Kommunen seien von korrupten Politikern gekapert worden, die ihren Freunden Aufträge zuschanzten und die Kommunalfinanzen als Privatkonto behandelten, rief er – das Ergebnis seien kaputte Infrastruktur und gebrochene Versprechen.

„Ihr verdient Führer, die euch genug lieben, um euch zu dienen – das ist, was EFF bietet, und deshalb bitten wir euch um eure Stimmen“, rief er.

(F.Schuster--BBZ)