Berliner Boersenzeitung - Frankreichs endlose Rentenlast

EUR -
AED 4.23718
AFN 74.984301
ALL 91.814404
AMD 420.119029
ANG 2.06537
AOA 1057.853901
ARS 1738.261551
AUD 1.618164
AWG 2.077927
AZN 1.962946
BAM 1.954966
BBD 2.322329
BDT 141.960656
BGN 1.942022
BHD 0.434874
BIF 3455.040253
BMD 1.153603
BND 1.467287
BOB 13.317375
BRL 5.935747
BSD 1.153018
BTN 110.643268
BWP 15.605612
BYN 3.501136
BYR 22610.614011
BZD 2.318931
CAD 1.605526
CDF 2667.707965
CHF 0.944317
CLF 0.027865
CLP 1100.629926
CNY 7.742348
CNH 7.743154
COP 3606.681335
CRC 515.984301
CUC 1.153603
CUP 30.570473
CVE 110.74597
CZK 24.292222
DJF 205.018397
DKK 7.475
DOP 68.191192
DZD 154.283963
EGP 59.648181
ERN 17.304041
ETB 188.336969
FJD 2.550626
FKP 0.85497
GBP 0.856106
GEL 2.995602
GGP 0.85497
GHS 13.265722
GIP 0.85497
GMD 84.789022
GNF 10122.864057
GTQ 8.802397
GYD 241.228113
HKD 9.049696
HNL 30.946332
HRK 7.531642
HTG 150.698309
HUF 365.657146
IDR 20379.546281
ILS 3.510355
IMP 0.85497
INR 110.736694
IQD 1510.481662
IRR 1585742.347881
ISK 139.793235
JEP 0.85497
JMD 181.60251
JOD 0.817966
JPY 178.901275
KES 149.530204
KGS 100.882328
KHR 4675.551741
KMF 492.588363
KPW 1038.242847
KRW 1572.279676
KWD 0.356059
KYD 0.960907
KZT 515.698891
LAK 25823.397649
LBP 103305.126251
LKR 380.380988
LRD 201.447854
LSL 18.750724
LTL 3.406289
LVL 0.697803
LYD 7.325874
MAD 10.901543
MDL 20.045794
MGA 4976.919482
MKD 61.50349
MMK 2421.937498
MNT 4152.43153
MOP 9.316286
MRU 46.167101
MUR 54.034444
MVR 17.777428
MWK 1999.355537
MXN 19.782322
MYR 4.66586
MZN 73.727085
NAD 18.61885
NGN 1528.443289
NIO 42.432262
NOK 10.745412
NPR 177.035365
NZD 2.00101
OMR 0.443564
PAB 1.153018
PEN 3.869283
PGK 5.212821
PHP 72.469167
PKR 319.871143
PLN 4.340834
PYG 6863.041782
QAR 4.202888
RON 5.25685
RSD 117.372126
RUB 97.120204
RWF 1693.806615
SAR 4.329558
SBD 9.251316
SCR 16.011654
SDG 693.890575
SEK 11.271962
SGD 1.468329
SHP 0.854489
SLE 28.436692
SLL 24190.463618
SOS 658.944531
SRD 43.548338
STD 23877.247927
STN 24.489762
SVC 10.088651
SYP 14999.143322
SZL 18.756322
THB 38.392334
TJS 10.636507
TMT 4.03761
TND 3.377673
TOP 2.777598
TRY 56.100051
TTD 7.824695
TWD 36.704756
TZS 3052.003723
UAH 51.472913
UGX 4531.046956
USD 1.153603
UYU 46.370214
UZS 13565.446784
VES 970.392128
VND 29952.141948
VUV 136.226407
WST 3.151063
XAF 655.957
XAG 0.018115
XAU 0.000269
XCD 3.117669
XCG 2.078031
XDR 0.815657
XOF 655.957
XPF 119.331742
YER 272.855873
ZAR 18.772376
ZMK 10383.794685
ZMW 22.512589
ZWL 371.459617
SSP 6513.506269
MXV 2.243188
  • EUR/USD

    -0.0015

    1.1542

    -0.13%

  • DAX

    -38.5300

    25402.28

    -0.15%

  • SDAX

    -54.6700

    18127.33

    -0.3%

  • TecDAX

    15.8700

    3976.62

    +0.4%

  • Euro STOXX 50

    -23.8800

    6236.5

    -0.38%

  • MDAX

    78.5900

    31135.75

    +0.25%

  • Goldpreis

    1.4000

    4334.2

    +0.03%


Frankreichs endlose Rentenlast




Frankreich gehört zu den europäischen Staaten mit den höchsten Rentenausgaben. Fast 14 % der jährlichen Wirtschaftsleistung fließen in Renten – rund vier Prozentpunkte mehr als in Deutschland und deutlich über dem EU‑Durchschnitt. Pensionen machen mehr als ein Viertel des staatlichen Budgets aus. Die großzügigen Leistungen sorgen dafür, dass Armut im Alter selten ist, doch sie zementieren ein System, in dem Menschen bei guter Gesundheit sehr früh aus dem Arbeitsleben ausscheiden. Laut offiziellen Daten verbringen französische Männer im Schnitt mehr als 23 Jahre im Ruhestand, während es in Deutschland rund 19 Jahre sind. Gleichzeitig wird die Bevölkerung älter und die Zahl der Beitragszahler schrumpft. Die Kombination aus frühzeitigem Renteneintritt, hoher Lebenserwartung und hohen Auszahlungen lässt die jährlichen Defizite ansteigen, selbst wenn die Einnahmen dank Inflation vorübergehend gestiegen sind.

Reformversuche und ihre Grenzen
Um das Finanzloch zu verkleinern, wurde 2023 ein Gesetz beschlossen, das das gesetzliche Rentenalter schrittweise von 62 auf 64 Jahre erhöhen und die erforderliche Beitragsdauer verlängern soll. Der unabhängige Rechnungshof rechnete vor, dass diese Reform dem Staat bis 2027 etwa 17 Milliarden Euro pro Jahr einspart. Dennoch prognostizierte die Behörde, dass der jährliche Fehlbetrag des Rentensystems ab Mitte des Jahrzehnts wieder auf mehrere Milliarden anwachsen und bis 2045 rund 30 Milliarden Euro erreichen wird. Ohne Anpassungen drohen nach Berechnungen langfristig zusätzliche Schulden von rund 470 Milliarden Euro. Wirtschaftsprüfer weisen außerdem darauf hin, dass Frankreichs hohe Sozialbeiträge die Lohnkosten treiben und so die Wettbewerbsfähigkeit schmälern.

Die Regierung argumentierte, dass nur eine Kombination aus späterem Renteneintritt, niedrigerem Leistungsniveau und höheren Steuern den Systemabsturz verhindern könne. Doch jede Änderung stößt auf massiven Widerstand. Gewerkschaften organisierten 2023 landesweite Streiks, Hunderttausende gingen auf die Straße, und im zersplitterten Parlament verhinderten linke und rechte Fraktionen eine breite Mehrheit für Strukturreformen. Selbst das moderate Anheben des Rentenalters löste Misstrauensanträge gegen die jeweiligen Regierungen aus.

Politischer Stillstand
Im Herbst 2025 erreichte die Krise einen neuen Höhepunkt. Um eine sofortige Regierungssturz zu verhindern, versprach der neue Premierminister, die umstrittene Reform bis nach der Präsidentschaftswahl 2027 auszusetzen. Der Preis: zusätzliche Kosten von etwa 400 Millionen Euro im Haushaltsjahr 2026 und 1,8 Milliarden Euro im Jahr 2027. Dieses Zugeständnis verschaffte der Minderheitsregierung eine kurze Atempause, doch gleichzeitig wurden die Einsparungen der Reform wieder zunichte gemacht. Der oberste EU‑Wirtschaftskommissar warnte, dass eine Verschiebung der Reform zwar politisch notwendig scheine, aber einen hohen finanziellen Preis habe und durch andere Einschnitte kompensiert werden müsse, wenn die Schuldenquote nicht weiter steigen solle.

Die Staatsverschuldung liegt bereits bei fast 118 % des Bruttoinlandsprodukts, und das Haushaltsdefizit betrug im Jahr 2024 5,8 % der Wirtschaftsleistung. Das Ziel, den Fehlbetrag bis 2026 auf unter fünf Prozent zu drücken, basiert auf optimistischen Wachstumsannahmen und massiven Kürzungen. Die Hälfte der geplanten 30 Milliarden Euro Einsparungen soll durch Steuererhöhungen auf Vermögen, Top‑Einkommen und große Unternehmen kommen; außerdem sollen Sozialleistungen und Pensionen bis 2030 langsamer als die Inflation steigen. Kritikern zufolge wird damit vor allem die Mittelschicht belastet, während eine breite Vermögenssteuer ausbleibt. Das unabhängige Haushaltsgremium bezweifelt, dass diese Maßnahmen in der politischen Realität umgesetzt werden können.

Wirtschaftliche Folgen
Finanzmärkte reagierten zunächst erleichtert auf die Verschiebung des Rentengesetzes, da sie einen erneuten Regierungssturz abwendete. Die Renditen für französische Staatsanleihen sanken kurzzeitig, das Risiko gegenüber deutschen Anleihen blieb aber hoch. Nur wenige Tage später senkte eine Ratingagentur Frankreichs Bonität wegen der ungelösten Haushaltsprobleme. Eine weitere Herabstufung durch andere Agenturen wird erwartet. Ökonomen warnen, dass Frankreichs Zinskosten stark steigen könnten, wenn keine glaubhafte Konsolidierung gelingt.

Die strukturelle Schieflage belastet auch die Realwirtschaft. Hohe Abgaben auf Löhne dämpfen die Beschäftigung, insbesondere bei gut bezahlten Stellen. Frankreichs Beschäftigungsquote liegt mit knapp 68 % deutlich unter dem Durchschnitt des Euroraums. Ein späterer Eintritt in den Ruhestand würde die Erwerbsbevölkerung vergrößern und das Beitragsaufkommen erhöhen. Doch ein breiter gesellschaftlicher Konsens dafür fehlt. Gleichzeitig wächst die Kluft zwischen den Generationen: Pensionäre genießen eine im europäischen Vergleich hohe Ersatzquote und niedrige Armutsrisiken, während junge Menschen höhere Beiträge und stagnierende Reallöhne verkraften müssen.

„Aufgeben“ als bittere Realität?
Der Titel „Frankreich gibt auf“ drückt die düstere Stimmung aus, die sich im Herbst 2025 breitgemacht hat. Politisch ist das Land gelähmt, und jede Regierung scheitert an der Aufgabe, die Rentenfinanzen zu stabilisieren. Die Aussetzung der Reform zeigt, dass das Thema so toxisch ist, dass Premierminister lieber auf dringend benötigte Einsparungen verzichten, als sich weiter mit Protesten und Misstrauensvoten zu konfrontieren. Wirtschaftswissenschaftler sprechen von einer „demografischen Geiselhaft“: Ältere Wähler stellen die größte Wählergruppe und blockieren Änderungen, die ihre Ansprüche schmälern könnten.

Gleichzeitig wächst die Erkenntnis, dass das Problem nicht durch kreative Buchführung oder moderate Anpassungen gelöst werden kann. Ohne tiefgreifende Veränderungen – sei es durch längere Erwerbsarbeitszeit, geringere Pensionen oder eine andere Finanzierung – wird der Rentenapparat immer größere Teile des Staatshaushalts verschlingen. Frankreich steht damit stellvertretend für viele europäische Länder: Der demografische Wandel und populistische Blockaden lassen die Rentensysteme zu finanziellen Zeitbomben werden. Ob es gelingt, diese Explosion zu verhindern, hängt davon ab, ob Politik und Gesellschaft bereit sind, unpopuläre, aber notwendige Entscheidungen zu treffen.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...