Berliner Boersenzeitung - Kuba kollabiert: Mexiko hilft

EUR -
AED 4.333945
AFN 77.887151
ALL 96.474738
AMD 446.387728
ANG 2.112487
AOA 1082.158989
ARS 1708.501219
AUD 1.686989
AWG 2.125669
AZN 2.010175
BAM 1.953256
BBD 2.375636
BDT 144.132249
BGN 1.981838
BHD 0.444912
BIF 3493.118957
BMD 1.180108
BND 1.500545
BOB 8.150418
BRL 6.183168
BSD 1.179479
BTN 106.74341
BWP 15.532832
BYN 3.368212
BYR 23130.11201
BZD 2.37218
CAD 1.612777
CDF 2625.73975
CHF 0.917268
CLF 0.025649
CLP 1012.780302
CNY 8.187825
CNH 8.189275
COP 4282.1154
CRC 584.718509
CUC 1.180108
CUP 31.272856
CVE 110.116893
CZK 24.372651
DJF 209.729075
DKK 7.467836
DOP 73.993927
DZD 153.079662
EGP 55.345637
ERN 17.701616
ETB 182.736137
FJD 2.602315
FKP 0.86138
GBP 0.864819
GEL 3.180373
GGP 0.86138
GHS 12.951184
GIP 0.86138
GMD 86.147641
GNF 10351.077805
GTQ 9.046909
GYD 246.769596
HKD 9.219178
HNL 31.162539
HRK 7.535581
HTG 154.599269
HUF 379.63596
IDR 19834.071049
ILS 3.652203
IMP 0.86138
INR 106.731129
IQD 1545.19373
IRR 49712.039391
ISK 144.796826
JEP 0.86138
JMD 184.959067
JOD 0.836717
JPY 185.210858
KES 152.175039
KGS 103.200068
KHR 4760.818583
KMF 493.285381
KPW 1062.032235
KRW 1723.806746
KWD 0.362683
KYD 0.982924
KZT 585.944944
LAK 25371.05838
LBP 105624.757488
LKR 365.052098
LRD 219.384223
LSL 18.850106
LTL 3.484551
LVL 0.713835
LYD 7.453974
MAD 10.812948
MDL 19.957088
MGA 5225.215613
MKD 61.616688
MMK 2478.150907
MNT 4212.803755
MOP 9.491776
MRU 46.835403
MUR 54.143869
MVR 18.232624
MWK 2044.881053
MXN 20.447408
MYR 4.639592
MZN 75.231987
NAD 18.850824
NGN 1615.048331
NIO 43.403829
NOK 11.419029
NPR 170.820208
NZD 1.967092
OMR 0.453702
PAB 1.179469
PEN 3.965035
PGK 5.053246
PHP 69.568537
PKR 329.895286
PLN 4.218
PYG 7806.566323
QAR 4.30205
RON 5.094998
RSD 117.391206
RUB 89.984704
RWF 1721.464861
SAR 4.425427
SBD 9.509428
SCR 16.184535
SDG 709.834768
SEK 10.608431
SGD 1.502163
SHP 0.885386
SLE 28.883122
SLL 24746.268716
SOS 672.926277
SRD 44.719019
STD 24425.847913
STN 24.468438
SVC 10.320119
SYP 13051.490107
SZL 18.849526
THB 37.45618
TJS 11.022488
TMT 4.142178
TND 3.411341
TOP 2.841416
TRY 51.369267
TTD 7.989795
TWD 37.376496
TZS 3045.020483
UAH 50.882013
UGX 4199.529565
USD 1.180108
UYU 45.458858
UZS 14458.675608
VES 438.575913
VND 30661.559706
VUV 141.089893
WST 3.217174
XAF 655.106414
XAG 0.013133
XAU 0.000235
XCD 3.189301
XCG 2.12574
XDR 0.813661
XOF 655.120274
XPF 119.331742
YER 281.308183
ZAR 18.976192
ZMK 10622.385043
ZMW 23.089021
ZWL 379.994216
  • EUR/USD

    -0.0007

    1.1804

    -0.06%

  • MDAX

    -12.7000

    31524.63

    -0.04%

  • DAX

    -177.7500

    24603.04

    -0.72%

  • Euro STOXX 50

    -24.8800

    5970.47

    -0.42%

  • SDAX

    -78.3500

    17925.77

    -0.44%

  • Goldpreis

    86.7000

    5037.5

    +1.72%

  • TecDAX

    7.3300

    3613.05

    +0.2%


Kuba kollabiert: Mexiko hilft




In Havanna und in den Provinzen hat sich das tägliche Leben zu einem Kampf um Licht und Brennstoff entwickelt. Mitte März 2025 brach eine Hochspannungsleitung nahe Havanna zusammen und brachte die Stromversorgung der gesamten Insel zum Erliegen. Die beiden größten Kraftwerke des Landes standen still; nicht einmal für Krankenhäuser und Lebensmittelproduzenten reichte der Strom. In den folgenden Monaten kam es immer wieder zu landesweiten Stromausfällen. In den meisten Provinzen hatten die Menschen zeitweise nur zwei bis vier Stunden Elektrizität am Tag, selbst in der Hauptstadt fielen die Lichter bis zu 20 Stunden lang aus. Die Behörden machten marode Netze und Brennstoffmangel verantwortlich und räumten ein, dass die Kraftwerke nur gut zwei Drittel des Bedarfs deckten.

Diese Energiekrise spiegelt die allgemeine Misere der kubanischen Wirtschaft wider. Bereits vor dem Kollaps des Stromnetzes schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt jahrelang: Im vergangenen Jahr sank es nach offiziellen Angaben erneut, sodass das Land seit 2019 insgesamt mehr als zehn Prozent seiner Wirtschaftsleistung eingebüßt hat. Die Einnahmen in harter Währung sind um rund 30 Prozent gesunken, während Importe für Nahrung, Medizin und Ersatzteile teurer wurden. Landwirtschaft, Viehzucht und Bergbau brachen in den letzten fünf Jahren um mehr als die Hälfte ein. Die Behörden sehen einen Zusammenhang mit dem US‑Embargo, das finanzielle Transaktionen und den Einkauf von Brennstoff erschwert. Für die Bevölkerung bedeuten diese Zahlen Hunger, fehlende Medikamente und leer bleibende Tankstellen.

Ende des venezolanischen Ölsegens
Über Jahrzehnte galt Venezuela als wichtigster Partner der kubanischen Regierung. Schweres Heizöl aus Caracas lieferte den Inselkraftwerken den Brennstoff und füllte die Tanks von Bussen und Autos. Doch spätestens mit der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Anfang Januar 2026 kam dieser Strom ins Stocken. Zwischen Januar und November 2025 hatte Venezuela durchschnittlich 27 000 Barrel Öl pro Tag nach Kuba geliefert, was etwa der Hälfte des kubanischen Bedarfs entsprach. Nach der Festnahme und der Beschlagnahmung venezolanischer Tanker durch die Vereinigten Staaten herrscht in Kubas Häfen jetzt gähnende Leere. Die US‑Regierung kündigte an, es werde „kein Öl und kein Geld mehr nach Kuba gehen“; sie drängt darauf, dass Havanna einen politischen Deal eingeht und warnte: „Bevor es zu spät ist“. Für viele Kubaner klingen diese Drohungen nach weiterer Verschärfung ihres Alltags.

Wie hart der Wegfall venezolanischer Lieferungen das Land trifft, zeigt ein Blick auf die Zahlen: Kuba braucht laut Wirtschaftsberichten rund 100 000 Barrel Öl pro Tag. Im Jahr 2025 importierte es aber nur noch gut 45 000 Barrel täglich, weil die Lieferungen aus Venezuela um fast 15 Prozent sanken. Diese Lücke kann die kubanische Wirtschaft nicht schließen, da sie selbst nur rund 40 000 Barrel minderwertigen Schweröls fördert. Die Folge sind Produktionsstopps in Fabriken, ausfallende Buslinien und lange Schlangen an Tankstellen.

Mexiko als schwankender Rettungsanker
Nachdem Venezuela ausfiel, wurde Mexiko zeitweise wichtigster Öllieferant der Insel. Das staatliche Unternehmen Pemex exportierte zwischen Januar und September 2025 rund 17 200 Barrel Rohöl und zusätzlich 2 000 Barrel verarbeitete Produkte pro Tag. Andere Berichte sprechen davon, dass Mexiko im Durchschnitt 20 000 Barrel täglich nach Kuba schickte und damit fast die Hälfte aller kubanischen Ölimporte stellte. Im zweiten Halbjahr 2025 gingen die Lieferungen jedoch drastisch zurück: sie fielen um 73 Prozent auf etwa 5 000 Barrel pro Tag, weil Pemex weniger exportierte und die mexikanische Regierung auf Druck aus Washington den Kurs überdachte. Damit rückten selbst alte verlässliche Abnehmer wie Russland und Algerien in den Fokus, doch diese decken zusammen nur rund zehn Prozent des Bedarfs.

Mexikos Präsidentin erklärte Anfang 2026 auf Nachfragen, ob ein Schiff für Kuba gestoppt wurde, dies sei eine „souveräne Entscheidung“ und werde „im jeweiligen Moment getroffen“. Die Frage, ob es künftig weitere Lieferungen geben werde, ließ sie offen. Kurz zuvor hatte die mexikanische Regierung ihre Ölpolitik wegen möglicher US‑Sanktionen überprüft. Gleichzeitig betonte Mexiko, man wolle Kuba aus historischer Solidarität weiterhin unterstützen. Dieses Dilemma illustriert die Zwickmühle: Wenn Mexiko liefert, riskiert es Vergeltungsmaßnahmen aus Washington; wenn es stoppt, droht in Kuba ein humanitärer Kollaps.

US‑Druck und internationale Spannungen
Die USA verschärften 2025 und 2026 ihren Druck auf die kubanische Regierung deutlich. Nach dem Militäreinsatz in Venezuela beschlagnahmten amerikanische Einsatzkräfte mehrere Tanker mit Öl für Kuba. US‑Politiker fordern darüber hinaus ein Seeblockade, die sämtliche Öllieferungen nach Kuba unterbinden soll, und drohen Mexiko mit Strafzöllen, falls es weiterhin Diesel und Rohöl nach Havanna schickt. Washington begründet das Vorgehen damit, dass die kubanische Führung seit Jahrzehnten unter dem Schutz venezolanischen Öls überlebt habe und die aktuellen Engpässe eine Gelegenheit böten, die Regierung zum Einlenken zu bewegen. Für Kuba wäre eine vollständige Blockade jedoch eine Katastrophe: Bereits jetzt fallen in manchen Provinzen bis zu 20 Stunden am Tag der Strom aus, und die staatliche Elektrizitätsunion warnte, dass ein Drittel der Nachfrage nicht gedeckt werden könne.

Die mexikanische Regierung versucht unterdessen, die eigenen Interessen mit den Forderungen aus Washington zu vereinbaren. Beobachter weisen darauf hin, dass Mexiko gerade einen Handelsstreit mit den USA beilegt und daher einem Konflikt über Kuba ausweichen will. Gleichzeitig will Präsidentin Sheinbaum innenpolitisch nicht als Bündnisbrecher gelten; in Mexiko genießen revolutionäre Symbole und die solidarische Haltung gegenüber Kuba noch immer Zustimmung in Teilen der Bevölkerung. So bleibt Mexiko zwischen humanitärer Hilfe und geopolitischem Druck hin‑ und hergerissen.

Die soziale Dimension: Hunger, Abwanderung und Protest
Die Energie‑ und Wirtschaftskrise führt zu einer dramatischen sozialen Situation. Bereits Ende 2024 sprachen kubanische Wissenschaftler von einer regelrechten „migratorischen Stampede“. Schätzungen zufolge hat Kuba seit 2020 zwischen zehn und fast zwanzig Prozent seiner Bevölkerung verloren; die meisten Auswanderer sind junge und produktive Menschen, was die demografische Alterung des Landes beschleunigt. Gleichzeitig sinkt die Geburtenrate deutlich unter das Niveau, das notwendig wäre, um die ältere Generation zu ersetzen. Die meisten, die bleiben, verbringen ihre Tage mit der Suche nach Essen, Ersatzteilen und Stromquellen. Wenn das Licht wieder einmal ausfällt, wird in improvisierten Restaurants mit Taschenlampen gekocht, Kinder lernen bei Kerzenschein, und Familien wechseln ihre Schlafzeiten nach dem Stromplan.

Viele Kubaner machen die seit mehr als sechzig Jahren geltenden US‑Sanktionen für die Misere verantwortlich. Andere kritisieren die eigene Regierung für wirtschaftliche Fehlentscheidungen, starre Planwirtschaft und die Abhängigkeit von ausländischer Hilfe. Unmut äußert sich in spontanen Protesten gegen Stromausfälle und Lebensmittelknappheit. Gleichzeitig fürchten viele, dass ein völliger Zusammenbruch zu noch mehr Not führt. Die CIA‑Analysen, die Anfang 2026 an die Öffentlichkeit gelangten, beschreiben die Lage als „äußerst schlecht“, halten jedoch einen Sturz der Regierung trotz der Verzweiflung für nicht sicher. Demnach könnten die Menschen so sehr mit dem Überleben beschäftigt sein, dass sie keine Kraft für politischen Widerstand haben.

Ausblick: Zwischen Kollaps und Reform
Während Donald Trump und andere US‑Politiker einen baldigen Zusammenbruch der kubanischen Regierung prognostizieren, sehen Experten die Zukunft weniger eindeutig. Kubas Regierung hat in der Vergangenheit große Krisen überstanden, etwa die „Sonderperiode“ nach dem Ende der Sowjetunion. Heute ist die Lage durch die gleichzeitige Abhängigkeit von Venezuela, Russland und Mexiko jedoch komplexer. Sollte Mexiko seine letzten Öllieferungen endgültig einstellen, drohen noch längere Stromausfälle, Produktionsstopps und ein weiterer Exodus junger Menschen. Zudem könnte sich der soziale Druck steigern, was sowohl zu wachsendem Protest als auch zu weiterer Repression führen kann.

Gleichzeitig diskutiert Havanna über neue Wirtschaftsreformen, um ausländische Investitionen anzuziehen und den privaten Sektor zu stärken. Die Regierung hofft, durch Erleichterungen für kleine Betriebe, eine Währungsreform und den Ausbau erneuerbarer Energien die Abhängigkeit von importiertem Öl zu verringern. Doch selbst Optimisten geben zu, dass solche Reformen ohne verlässliche Energiequellen und internationale Finanzierung kaum Wirkung entfalten werden. Kubas Zukunft hängt daher eng davon ab, ob Mexiko, Russland oder andere Partner bereit sind, die letzten Tropfen Öl zu liefern – und ob die Bevölkerung in der Zwischenzeit ausharrt oder das Regime zu Veränderungen zwingt.

R. Shoykhet



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...