Berliner Boersenzeitung - Chinas gigantischer Vorsprung

EUR -
AED 4.260595
AFN 74.248426
ALL 94.805306
AMD 427.068748
ANG 2.077106
AOA 1059.336376
ARS 1658.112806
AUD 1.639405
AWG 2.090009
AZN 1.997737
BAM 1.954433
BBD 2.336865
BDT 142.422199
BGN 1.961647
BHD 0.4376
BIF 3468.633057
BMD 1.160133
BND 1.487585
BOB 8.017494
BRL 5.892665
BSD 1.160288
BTN 109.833052
BWP 15.567377
BYN 3.212208
BYR 22738.613511
BZD 2.333508
CAD 1.622191
CDF 2662.50625
CHF 0.92068
CLF 0.026314
CLP 1035.639582
CNY 7.855845
CNH 7.841904
COP 4051.7773
CRC 527.83981
CUC 1.160133
CUP 30.743534
CVE 110.187435
CZK 24.154223
DJF 206.179351
DKK 7.474681
DOP 68.193466
DZD 154.373163
EGP 58.414342
ERN 17.402
ETB 187.057149
FJD 2.595448
FKP 0.865632
GBP 0.863911
GEL 3.080173
GGP 0.865632
GHS 12.879156
GIP 0.865632
GMD 84.689611
GNF 10164.020419
GTQ 8.844926
GYD 242.742264
HKD 9.089407
HNL 31.026694
HRK 7.534485
HTG 151.646519
HUF 350.141021
IDR 20540.160827
ILS 3.367397
IMP 0.865632
INR 109.717696
IQD 1519.956254
IRR 1596201.363311
ISK 144.390229
JEP 0.865632
JMD 183.911331
JOD 0.822544
JPY 185.933423
KES 150.122479
KGS 101.453824
KHR 4662.818163
KMF 494.216561
KPW 1044.120414
KRW 1756.824732
KWD 0.357495
KYD 0.96694
KZT 567.949992
LAK 25548.456006
LBP 103904.849072
LKR 385.786745
LRD 211.165904
LSL 18.767493
LTL 3.425572
LVL 0.701753
LYD 7.377965
MAD 10.726303
MDL 20.182228
MGA 4820.710419
MKD 61.648728
MMK 2435.224478
MNT 4149.436187
MOP 9.362811
MRU 46.318393
MUR 54.665199
MVR 17.935794
MWK 2011.927091
MXN 19.962472
MYR 4.698893
MZN 74.135817
NAD 18.767413
NGN 1575.76234
NIO 42.700678
NOK 11.061262
NPR 175.733082
NZD 1.990464
OMR 0.446073
PAB 1.160203
PEN 3.94589
PGK 5.081401
PHP 69.949661
PKR 322.804476
PLN 4.250786
PYG 7103.968656
QAR 4.229914
RON 5.235213
RSD 117.350945
RUB 84.05819
RWF 1704.436918
SAR 4.35293
SBD 9.333938
SCR 15.890144
SDG 696.589428
SEK 10.882758
SGD 1.487952
SHP 0.866157
SLE 28.596858
SLL 24327.420374
SOS 663.047546
SRD 43.525852
STD 24012.417887
STN 24.482871
SVC 10.152029
SYP 128.231972
SZL 18.764196
THB 37.768125
TJS 10.755514
TMT 4.072068
TND 3.395595
TOP 2.793323
TRY 53.693061
TTD 7.875626
TWD 36.574946
TZS 3051.148371
UAH 52.017304
UGX 4310.05888
USD 1.160133
UYU 47.057888
UZS 13899.215866
VES 675.148694
VND 30499.905571
VUV 138.637141
WST 3.182818
XAF 655.50969
XAG 0.016565
XAU 0.000268
XCD 3.135318
XCG 2.091064
XDR 0.81601
XOF 655.50969
XPF 119.331742
YER 276.768569
ZAR 18.796364
ZMK 10442.584941
ZMW 20.395994
ZWL 373.562463
  • DAX

    258.7100

    24894.01

    +1.04%

  • Goldpreis

    105.4000

    4344.2

    +2.43%

  • Euro STOXX 50

    41.8000

    6229.43

    +0.67%

  • TecDAX

    18.7200

    3998.22

    +0.47%

  • SDAX

    156.9400

    18534.14

    +0.85%

  • MDAX

    499.5300

    32582.63

    +1.53%

  • EUR/USD

    0.0023

    1.1596

    +0.2%


Chinas gigantischer Vorsprung




Während in Deutschland Aktenordner mit Gutachten, Einsprüchen und Ausschreibungsunterlagen in den Behörden verstauben, setzen in China bereits die ersten Züge, Flugzeuge oder Ströme von Wasser ihre Reise durch neue Großprojekte fort. Dieser Kontrast ist keine moralische Bewertung, sondern der sichtbarste Unterschied zwischen zwei Systemen. Die Bundesrepublik ringt mit maroder Infrastruktur, komplizierten Genehmigungsprozessen und politischen Grabenkämpfen, während Peking mit atemberaubender Geschwindigkeit Brücken, Tunnel, Städte und Solarkraftwerke aus dem Boden stampft.

Der Tunnel unter dem Bohai-Meer
Ein Beispiel für diesen Vorstoß ist der geplante Unterwassertunnel unter der Bohai-See, der die Hafenstädte Dalian und Yantai miteinander verbinden soll. Mit einer Länge von rund 120 Kilometern wäre er der längste Unterseetunnel der Welt. Die Fahrtzeit zwischen beiden Städten soll künftig nicht mehr sechs bis acht Stunden über Fähren oder lange Straßenumwege betragen, sondern nur noch etwa vierzig Minuten. Geplant sind zwei parallele Röhren für Hochgeschwindigkeitszüge, die mit bis zu 240 Kilometern pro Stunde durch das Gestein rasen. Ingenieure entwickeln spezielle Sensoren, wasserdichte Kammern und Notinseln, um dem seismisch aktiven Gebiet gerecht zu werden. Während Europa seit Jahrzehnten über eine lediglich drei Kilometer lange Brücke über die Meerenge von Messina debattiert, treibt China ein Projekt voran, das fast vierzigmal so lang ist und die Wirtschaftskraft ganzer Regionen enger vernetzen soll.

Der Zug der Zukunft
China verfügt bereits über das weltweit längste Netz für Hochgeschwindigkeitszüge. Die Verbindung von Peking nach Guangzhou erstreckt sich über rund 2 300 Kilometer. Ein Zug nach Lhasa erklimmt Höhen von 5 000 Metern. Nun wagt sich China an einen Zug, der nicht mehr an die Atmosphärenluft gebunden ist: In Harbin im Nordosten soll demnächst eine Versuchsstrecke für einen Magnetschwebebahn‑Zug entstehen, der in einem teilvakuumierten Tunnel auf bis zu 1 000 Kilometer pro Stunde beschleunigt wird. Diese Geschwindigkeit wäre mehr als doppelt so hoch wie bei der aktuellen Transrapid‑Strecke in Shanghai. Der Betreiber World Artery sieht in dem Projekt einen Durchbruch für den Personen‑ und Güterverkehr, die Technologie könnte den Flugverkehr auf mittleren Distanzen ersetzen. Herausforderungen liegen in der Sicherheit der Passagiere und den immensen Baukosten. Gleichwohl zeigt das Projekt, wie ehrgeizig China die Grenzen der Ingenieurskunst verschiebt.

Die Umleitung der Flüsse
Nicht nur Züge rollen in Rekordzeit, auch gewaltige Wassermassen werden umgeleitet. Seit dem Jahr 2014 fließen im Rahmen des Süd‑Nord‑Wasserumleitungsprojekts Milliarden Kubikmeter Wasser vom wasserreichen Yangtze ins trockene Nordchina. Bis Mai 2026 wurden mehr als 88 Milliarden Kubikmeter in Richtung Peking und weitere Metropolen geleitet, nahezu 200 Millionen Menschen profitieren davon. Der Osten‑ und der Zentralarm der gigantischen Anlage versorgen 48 Großstädte, die Wasserqualität liegt laut Regierung durchgängig auf hohem Niveau. Allein die zentrale Route hat über 78 Milliarden Kubikmeter transportiert. Rund 13 Milliarden Kubikmeter dienten als ökologische Auffrischung, wodurch Flüsse wieder aufgefüllt und Grundwasserspiegel angehoben wurden. In Europa wäre eine Umleitung dieser Größenordnung unvorstellbar – hier werden Pipelines über wenige Kilometer bereits von Bürgerinitiativen und Umweltauflagen ausgebremst.

Solarkraft auf dem Meer
Auch im Bereich der erneuerbaren Energien setzt China Maßstäbe. Vor der Küste der Provinz Shandong hat der staatliche Energiekonzern eine schwimmende Solaranlage mit einer Leistung von einem Gigawatt ans Netz angeschlossen. Die Anlage besteht aus fast 3 000 schwimmenden Plattformen auf einer Fläche von über 1 200 Hektar, ist über ein 66‑Kilovolt‑Seekabel mit dem Festland verbunden und verfügt über ein integriertes Energiespeichersystem sowie Fischzuchtbecken. Mit einem Investitionsvolumen von etwa 1,2 Milliarden US‑Dollar soll die Anlage jährlich rund 1,78 Terawattstunden Strom liefern – genug, um Millionen Menschen mit sauberer Energie zu versorgen. Europa plant derweil kleinteilig und streitet über den Bau einzelner Windparks; in China wird ein ganzer Solarpark auf dem offenen Meer errichtet, der Fischerei, Energiegewinnung und Netzstabilität miteinander verbindet.

Deutschland zwischen Stillstand und Erneuerung
Die Lage in Deutschland wirkt im Vergleich dazu trist. Ein Brückeneinsturz bei Dresden im Jahr 2024 und Risse auf dem Berliner Stadtring, die jahrelange Sperrungen nach sich ziehen, stehen exemplarisch für den Zustand der Infrastruktur. Öffentliche Investitionen liegen seit Jahrzehnten auf einem Tiefstand; nach Angaben des Deutschen Instituts für Urbanistik beträgt der Anteil der öffentlichen Ausgaben gemessen am Bruttoinlandsprodukt heute weniger als die Hälfte im Vergleich zur Hochphase der 1970er Jahre. Die Folgen sind spürbar: Jede vierte Person in Deutschland hat keinen Zugang zu öffentlichem Nahverkehr, die Deutsche Bahn musste im vergangenen Jahr rund zweihundert Millionen Euro Entschädigungen wegen Verspätungen zahlen. Großprojekte wie der Bahnhof Stuttgart 21 oder der Hauptstadtflughafen BER wurden von Kostenexplosionen und jahrelangen Verzögerungen begleitet.

Die Ursachen sind vielfältig: ein Dickicht aus Bau‑ und Vergaberecht, das selbst Kommunen lähmt; ein Personalmangel in Verwaltungen und Bauwirtschaft, weil viele Fachkräfte in den Ruhestand gehen; und eine politische Kultur, die den Konsens sucht, aber Entscheidungen verzögert. Eine Umfrage des Urbanistik‑Instituts ergab, dass in rund sechzig Prozent der Kommunen Bauprojekte aufgrund rechtlicher Vorgaben mindestens um ein Jahr verschoben werden müssen. Gleichzeitig belasten die Energiewende und die Digitalisierung die Investitionsbudgets zusätzlich; allein der Umbau zu einer klimaneutralen Wirtschaft wird auf mehr als eine Billion Euro geschätzt.

Was der Vergleich lehrt
Der Blick nach China zeigt, wie Zukunft gestaltet werden kann, wenn politischer Wille, staatliche Finanzierung und technologische Ambition zusammentreffen. Das bedeutet nicht, dass europäische Standards für demokratische Mitsprache, Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit über Bord geworfen werden sollten. Chinas Megaprojekte werden von massiven Umweltfolgen und der Umsiedlung ganzer Dörfer begleitet, und nicht jede Schnellbaumaßnahme wäre hierzulande wünschenswert. Doch der Vorsprung ist so deutlich, dass er unsere eigene Trägheit entlarvt. Während China an einem Tunnel von 120 Kilometern Länge plant, stauen sich in Deutschland die Akten für eine Ortsumgehung; während ein Magnetschwebebahn‑Zug mit 1 000 Kilometern pro Stunde getestet wird, diskutieren wir über Nachtzüge; während Millionen Menschen im Norden Chinas über einen Wasserkanal versorgt werden, drohen bei uns Dürresommer und sinkende Grundwasserspiegel.

Es geht nicht darum, chinesische Praktiken zu kopieren, sondern darum, aus ihnen zu lernen: Genehmigungsverfahren zu straffen, Planungs‑ und Bauzeiten zu verkürzen und zugleich Umwelt‑ und Sozialstandards hochzuhalten. Die Technologie steht bereit, das Kapital ebenfalls; es fehlt der Mut zur Umsetzung. Chinas neues Megaprojekt ist kein Science‑Fiction, sondern Realität – und es hält uns den Spiegel vor. Wenn Europa und insbesondere Deutschland nicht endlich ins Handeln kommen, wird der Rückstand von gefühlten hundert Jahren bald sehr real sein.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...