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Nach einem Angriff mit zwölf Todesopfern und hunderten Verletzten in Riad hat die pro-iranische Huthi-Miliz mit weiteren Attacken auf Flughäfen in Saudi-Arabien gedroht. Reisende, Beschäftigte und Luftfahrtunternehmen sollten diese nicht nutzen, erklärte der Huthi-Militärsprecher Jahja Saree am Sonntag im Onlinedienst X. Die EU, die UNO und die Bundesregierung verurteilten den Angriff vom Samstag. Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition gegen die Huthis kündigte eine entschiedene Reaktion an.
Bei dem Angriff auf den internationalen Flughafen in Riad wurden nach Angaben der saudiarabischen Luftfahrtbehörde zwölf Menschen getötet, 309 Menschen wurden demnach verletzt. Der Flughafen wurde geschlossen, auch am Sonntag blieb der Flugbetrieb ausgesetzt. Es handelt sich um den folgenreichste Angriff in Saudi-Arabien seit einem Selbstmordanschlag der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) auf eine Moschee im Jahr 2015, bei dem 21 Menschen getötet wurden.
Wie die Luftfahrtbehörde weiter mitteilte, waren unter den Todesopfern auch Menschen aus den USA, Ägypten, Jordanien, Syrien und dem Sudan. Die von Riad angeführte Militärkoalition machte die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen für den "feigen terroristischen Angriff" verantwortlich und kündigte an, "mit Entschlossenheit" darauf zu reagieren. Es handele sich um ein "Kriegsverbrechen" mit zivilen Opfern. In Diplomatenkreisen hieß es, der Angriff sei mit einer Rakete der Huthi-Miliz erfolgt.
Die Huthis, die bereits in den vergangenen Tagen Flughäfen in Saudi-Arabien unter Beschuss genommen hatten, drohten mit weiteren Angriffen. "Die Flughäfen und der Luftraum sind Beschuss ausgesetzt und Operationsgebiet für unsere Kämpfer", erklärte Huthi-Militärsprecher Saree am Sonntag. Eine Ausnahme gelte für die heiligen Städte Mekka und Medina in Saudi-Arabien.
International wurde die Attacke scharf verurteilt. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) sprach von einem "Terrorakt" gegen Saudi-Arabien und die zivile Luftfahrt. Das Auswärtige Amt gab eine Reisewarnung für Saudi-Arabien aus. Angesichts der Drohungen der Huthis müsse mit weiteren Luftangriffen insbesondere auf Flughäfen in dem Königreich gerechnet werden, hieß es darin.
Auch US-Präsident Donald Trump verurteilte die Angriffe der Huthis und kündigte an, mit Saudi-Arabiens De-facto-Herrscher Kronprinz Mohammed bin Salman darüber sprechen. Trump schloss er nicht aus, sich an den saudiarabischen Angriffen auf die Huthis zu beteiligen. US-Medien zufolge hatte die US-Regierung Bitten Saudi-Arabiens um militärische Unterstützung bisher abgelehnt.
UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich "zutiefst schockiert" über den Angriff . EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einer "gefährlichen Eskalation" und rief die Huthi-Miliz auf, ihre "mörderischen Angriffe auf Zivilisten" zu beenden.
Ein weiteres Geschoss schlug am Samstag in der Nähe des internationalen Flughafens der Stadt Dammam an der Ostküste Saudi-Arabiens ein, wie die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition erklärte. Sie teilte am Sonntag zudem mit, dass sie in Al-Chardsch südöstlich von Riad eine von der Huthi-Miliz abgefeuerte ballistische Rakete abgefangen habe. In der Gegend befindet sich der Prinz-Sultan-Luftwaffenstützpunkt.
Laut einem westlichen Diplomaten rieten mehrere westliche Botschaften in Riad ihren Mitarbeitern, den Flughafen der Hauptstadt zunächst eine Woche lang zu meiden. Die Angriffe auf den Airport treffen Saudi-Arabien, kurz vor einer geplanten großen Investorenkonferenz, zu der viele führende Wirtschaftsvertreter aus dem Ausland erwartet werden.
Saudi-Arabien führt seit 2015 eine Militärkoalition an, die die international anerkannte Regierung des Jemen im Kampf gegen die Huthis unterstützt. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz kontrolliert seit Jahren weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa.
Nach Beginn des Iran-Kriegs, den die USA und Israel Ende Februar begonnen hatten, war auch der Konflikt im Jemen wieder eskaliert. Zuletzt übernahm die Huthi-Miliz nach einer Blitzoffensive die Kontrolle über große Teile der Küste an der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Meerenge Bab al-Mandab.
(B.Hartmann--BBZ)