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Anlässlich des 103. Jahrestags der Türkischen Republik hat die Botschaft in Pretoria die vertieften Beziehungen zwischen Ankara und Südafrika hervorgehoben. Botschafterin Kezban Nilvana Darama Yıldırımgeç betonte die Bedeutung der bevorstehenden bilateralen Kommissionen für Wirtschaft und Diplomatie.
Bei einem Empfang in Pretoria hat die Türkische Botschaft am 29. Oktober die 103. Wiederkehr der Ausrufung der Republik Türkei gefeiert. Das Ereignis diente als Plattform, um die wachsenden diplomatischen und wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Ankara und Pretoria zu unterstreichen.
Die türkische Botschafterin in Südafrika, Kezban Nilvana Darama Yıldırımgeç, richtete sich an die anwesenden Gäste im Amtssitz der Botschaft. Zu den Teilnehmern gehörten Mitglieder des diplomatischen Korps, Vertreter der südafrikanischen Regierung sowie weitere Ehrengäste. Yıldırımgeç erinnerte an die Gründung der Republik am 29. Oktober 1923 unter Mustafa Kemal Atatürk.
Obwohl beide Nationen unterschiedliche historische Erfahrungen haben, teilen sie nach Ansicht der Botschafterin grundlegende Ziele: den Wunsch nach Dialog, Entwicklung und einer friedlicheren globalen Ordnung. Ein zentrales Element dieser Zusammenarbeit ist die bevorstehende erste Sitzung der Türkisch-Südafrikanischen Binationalen Kommission im Jahr 2025. Diese soll als wichtiger Meilenstein dienen, um neue Impulse für die bilaterale Kooperation zu setzen und einen stärkeren institutionellen Rahmen zu etablieren.
Die wirtschaftliche Zusammenarbeit bleibt ein Pfeiler der Beziehung. Yıldırımgeç verwies auf das wachsende Interesse türkischer Unternehmen am südafrikanischen Markt. Die geplante erste Sitzung der Gemeinsamen Wirtschafts- und Handelskommission soll genutzt werden, um neue Kooperationsbereiche zu identifizieren, bestehende Herausforderungen anzugehen und die Geschäftsleute beider Länder enger zu integrieren.
Konkrete Beispiele der Partnerschaft wurden als Beleg für den Nutzen der Zusammenarbeit angeführt. Dazu gehören Beiträge türkischer Biotechnologie-Experten zur Verbesserung der Tiergesundheit und der Lebensmittelsicherheit in Südafrika sowie laufende Projekte zur Digitalisierung des lokalen Taxisektors.
Über die materielle Zusammenarbeit hinaus zog die Botschafterin Parallelen zwischen den humanistischen Traditionen Anatoliens und der südafrikanischen Philosophie von Ubuntu. Beide Kulturen stellen nach ihrer Aussage Mitgefühl, Großzügigkeit, Respekt und menschliche Würde in den Mittelpunkt. „Unser Wohlergehen ist eng mit dem Wohlergehen anderer verbunden“, betonte Yıldırımgeç die Bedeutung der Solidarität in einer Welt, die zunehmend von Konflikten und Unsicherheit geprägt ist.
Auch aktuelle internationale Themen wurden angesprochen. Die Botschafterin äußerte sich zu den humanitären Krisen in Gaza und der Ukraine und betonte die Position der Türkei, dass dauerhafter Frieden Dialog, Diplomatie und die strikte Einhaltung des Völkerrechts erfordere. Zudem hob sie die Rolle der Türkei bei der Ausrichtung der COP31 im November 2026 in Antalya hervor, die als Chance gesehen wird, internationale Klimaverpflichtungen in konkrete Maßnahmen umzusetzen.
Ein südafrikanischer Vertreter würdigte die bilaterale Beziehung als dauerhafte Freundschaft, die auf gegenseitigem Respekt und einem wachsenden Kooperationswillen basiert. In diesem Zusammenhang wurde der Besuch des stellvertretenden Präsidenten Paul Mashatile in Ankara im Jahr 2025 erwähnt, wo er die erste Binationale Kommission mitgeleitet hat.
Fortschritte wurden auch im Bereich der Luft- und Raumfahrtkooperation verzeichnet, nachdem das südafrikanische Nationale Weltraumamt (SANSA) und die Türkische Weltraumagentur im Oktober 2026 eine Memorandum of Understanding unterzeichnet hatten. Weitere Sektoren für eine erweiterte Zusammenarbeit umfassen Landwirtschaft, Verteidigung, Bildung, Energie, Tourismus, Wissenschaft, Technologie, Innovation und Sport.
Der Empfang würdigte zudem das breitere Engagement der Türkei auf dem afrikanischen Kontinent. Der bevorstehende Türkisch-Afrikanische Partnerschaftsgipfel im Dezember wird weitere Möglichkeiten bieten, die regionalen Beziehungen zu stärken und neue Partnerschaften zu erkunden. Am Ende des Abends stand nicht nur die Feier des 103. Jahrestags der Republik im Vordergrund, sondern auch das Potenzial für eine fortgesetzte Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen den beiden Nationen.
(H.Schneide--BBZ)