Berliner Boersenzeitung - Fünfte Verhandlungsrunde in der Metall- und Elektroindustrie begonnen

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Fünfte Verhandlungsrunde in der Metall- und Elektroindustrie begonnen
Fünfte Verhandlungsrunde in der Metall- und Elektroindustrie begonnen / Foto: JENS SCHLUETER - AFP

Fünfte Verhandlungsrunde in der Metall- und Elektroindustrie begonnen

In der Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie richten sich alle Augen auf den Bezirk Baden-Württemberg: In Ludwigsburg begannen am Donnerstagnachmittag die Gespräche zur fünften Runde der Tarifverhandlungen. Die Positionen der Gewerkschaft IG Metall und der Arbeitgeber, für die der Verband Südwestmetall verhandelt, lagen zuletzt aber noch deutlich auseinander. Die Gespräche könnten sich daher hinziehen.

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Gelingt ein Pilotabschluss im Bezirk Baden-Württemberg, könnte dieser auf die anderen Bezirke übertragen werden. Die IG Metall forderte zuletzt acht Prozent mehr Lohn für die rund 3,8 Millionen Beschäftigten der Branche bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber boten bislang eine Inflationsprämie von 3000 Euro bei einer Laufzeit von 30 Monaten an und stellten spätere Lohnerhöhungen in Aussicht.

Flankiert wurde die möglicherweise entscheidende Rund der Tarifgespräche auch am Donnerstag von bundesweiten Protestaktionen. In Dortmund sagte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann bei einer Kundgebung, eine ordentliche Lohnerhöhung sei "notwendig und sie ist verdient". Sollten sich die Arbeitgeber nicht bewegen, drohe ein "Großkonflikt". Insgesamt beteiligten sich in Nordrhein-Westfalen am Donnerstag über 20.000 Beschäftigte an Warnstreiks.

Der Bezirk Berlin, Brandenburg und Sachsen sprach vom "Tag der Entscheidung" und erklärte, bis zum frühen Nachmittag hätten sich 2000 Beschäftigte an Arbeitsausständen beteiligt. Warnstreiks, Kundgebungen und Demonstrationszüge waren unter anderem auch in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen geplant.

Hunderttausende Beschäftigte hatten bereits in den vergangenen Wochen mit Warnstreiks und anderen Protestaktionen Druck gemacht. Sollte auch die fünfte Verhandlungsrunde ergebnislos bleiben, droht eine Verschärfung des Arbeitskampfes. "Die Planungen für 24-Stunden-Warnstreiks und Urabstimmungen laufen", heißt es bei der IG Metall.

Die Arbeitgeber wiesen die Forderungen der IG Metall erneut zurück. "Wir haben uns zwar zum Ziel gesetzt, zum Abschluss zu kommen - aber nicht um jeden Preis", twitterte Südwestmetall am Donnerstag. Es gehe darum, Arbeitsplätze zu erhalten. Angesichts der Pandemie und des Ukraine-Kriegs sei die Ausgangslage für Tarifverhandlungen "schwierig" und die wirtschaftlichen Aussichten seien "maximal unsicher".

Das Argument der IG Metall, den meisten Unternehmen gehe es gut und sie könnten sich eine kräftige Lohnerhöhung leisten, sei zudem "Schönfärberei". Die wirtschaftliche Lage der einzelnen Unternehmen sei "unterschiedlicher denn je". Wegen der drastisch gestiegenen Preise sei damit zu rechnen, "dass sich die durchschnittliche Ertragslage spürbar verschlechtert". Volle Auftragsbücher hätten außerdem nichts mit einer guten wirtschaftlichen Lage zu tun, denn die Aufträge müssten auch ausgeführt werden können.

Es müsse alles daran gesetzt werden, "zu einem Abschluss zu kommen, der sich an der Leistungsfähigkeit der breiten Masse der Unternehmen orientiert", forderte Südwestmetall. Nur einer "kleinen Minderheit" der Firmen gehe es "außergewöhnlich gut".

(F.Schuster--BBZ)